Ja zur eigenen Verantwortung

Folgenden Dialog habe ich heute beim Warten in der Schlange einer Ladenkasse  mitbekommen.

Zwei Frauen begegnen sich, die sich allem Anschein nach kennen. Fragt die eine Frau, die gemeinsam mit ihrem Kind einkaufen war, die andere Frau: „Und?“ Darauf erwidert diese: „4 Tage freigehabt“ und wiederholt die Aussage noch einmal. Die Dame mit dem Kind entgegnet mit verständigem Ton: „Gott sei Dank.“  Beide atmen tief ein und nicken sich zu.

Mir, die die Situation nur beobachten konnte, schießen tausend Gedanken durch den Kopf.

Einer der ersten war Erschrecken darüber, wie belastet sich viele MenschenFrust
in ihrem Leben fühlen.Vermutlich belastet, weil sie sich machtlos fühlen und die Verantwortung für die eigene Wahl nicht sehen oder sehen wollen. Sie spüren nur die Last und fühlen sich ihrem Schicksal ergeben. In einer solchen Haltung ist es fast unmöglich, den Blick auf das positive zu richten und die Energie in den eigenen Zellen zu spüren.

Ein anderer Gedanke war, welches Bild vom Leben dem Kind vermittelt wird, welches der Situation bewohnen musste. Denn das Kind hatte nicht die Wahl, der Situation fern zu bleiben. Es hat gelernt, dass Arbeit nicht gut sein kann, sondern eine schwere Last ist, von der man sich immer erholen muss. Doch ist dieses Bild richtig?

wahlVor ein paar Tagen habe ich mit einem Klienten eine Frage anhand des Disney-Modells erörtern wollen. Egal, welche Vision er auch nannte, es folgte direkt ein Nein oder ein, das geht doch eh nicht. Relativ schnell wurde mir klar, dass er von klein auf mit Neins, Beschränkungen und Blockaden aufgewachsen ist. Sein Verhalten, seine Empfindungen und seine Sichtweisen wurden dadurch nicht nur geprägt, sondern auch konditioniert, den Blick eng und nur auf das Nein im Leben zu richten.

Meine Einwände blockte er ab und meinte, dass das eh alles nicht gehen würde. Ich fragte ihn, warum er das glauben würde. Seine Antwort: „Weil ich es nicht für möglich halte.“ Im Laufe der Sitzung wurde ihm jedoch bewusst, dass seine tatsächlichen Möglichkeiten bislang von seiner Vergangenheit und seiner Konditionierung geprägt waren, und ihm ging eine Licht auf. Wenn er nun lediglich seine Sichtweise ändern würde, könnte er auch einen Blick für andere Optionen öffnen.

Und nun sehe ich das Kind in dem Einkaufswagen sitzen und erlebe, wie ein Grundstein für Blockaden und verengte Sichtweisen gelegt wird. Dabei ist es relativ einfach, den Blickwinkel zu ändern. Denn es hat nichts mit äußeren Rahmenbedingungen zu tun, sondern einzig mit der inneren Einstellung zum eigenen Leben und zum Selbst.

Und das Schöne daran ist: wir können jederzeit unsere Sichtweise ändern.

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